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SCHWEIZ. STIFTUNG
STROHVERARBEITUNG

Leitung:
Frédéric Helfer
Olivenweg 8
CH-3018 Bern
tel. 031 991 30 13

Kanton Obwalden


Offensichtlich war die Strohverarbeitung, inbesondere das Knüpfen von Röhrlihüten (das «Hüetle»), in diesem Kanton im 19. Jahrhundert stark verbreitet. Eine blühende Heimindustrie entstand jedoch hier erst ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts.
Es wurde dazu Hafer- oder Roggenstroh verwendet. Die Hüte konnten zu 50–80 Rappen pro Stück abgeliefert werden. Die Hüetlerei war vorallem Sache der Frauen. Eine geschickte Hutknüpferin konnte angeblich im Tag bis zu zwei Hüte fertigstellen.
Wie anderswo spielte auch hier der Fergger oder die Ferggerin eine entscheidende Rolle. Als Vermittler zwischen den Heimarbeiterinnen und den Fabrikanten bestimmten sie die Auftragsbedingungen und prüften die Qualität der Produkte. Ferggstellen gab es in Giswil, Kerns, Lungern, Melchtal und Sarnen.
Die Auftragslage war sehr stark vom Ausland abhängig, denn die Röhrlihüte wurden mehrheitlich in die europäischen Länder und nach Amerika exportiert.
Wie im Kanton Freiburg, gab es ab 1924 mit der damaligen Canotier-Mode eine letzte Erfolgswelle für den Röhrlihut.

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