


Kornfiguren
– Ährengeflechte
Kornfiguren wurden schon vor 5000 Jahren gemacht. Ihre verschiedenen
Formen sind überall gefunden worden. Es waren gewöhnlich
Symbole der Fruchtbarkeit. War die letzte Garbe der Ernte gemäht,
pflegte man aus ihr eine Kornfigur zu machen und veranstaltete riesige
Erntedankfeste. Im Glauben, dass Ceres, die Göttin des
pflanzlichen Wachstums, in der Kornfigur lebe, wurde diese zum Schutze
der Göttin über den Winter im Hause aufbewahrt. Im
Frühling warf man die Figur auf die Felder, damit die Göttin
beim Keimen der neuen Saat mithelfen konnte.
Kornfiguren dienten auch als Opfergaben oder wurden einem heidnischen Gott verehrt. In Mexiko sind beispielsweise Kornfiguren in Form von Engeln gefunden worden. In Deutschland und Skandinavien wurden Dekorationsgegenstände aus Stroh und in Bulgarien aus Mais angefertigt. Nicht nur Figuren, sondern auch eine Vielzahl traditioneller, häufig symbolischer Formen wurden gewählt. Das Wort Figur oder Püppchen stammt in Wirklichkeit vom Wort Idol (Abgott).
(Auszug aus Familienbastelbuch von Ringier)