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SCHWEIZ. STIFTUNG
STROHVERARBEITUNG

Leitung:
Frédéric Helfer
Olivenweg 8
CH-3018 Bern
tel. 031 991 30 13

Der Röhrlihut
(Halm-Strohhut)

(geknüpft aus ganzen Strohhalmen – 2500 Knoten –
ca. 15 Std. Arbeit)



Die Knüpftechnik dieses Hutes geht zurück ins 18. Jahrhundert. Was wir heute Röhrlihut nennen, wurde damals unter dem Namen Spitzhut angefertigt (aus den Spitzen der Halme).

Die in unserem Film vorgestellte Hut-Form war im Verlauf der Geschichte unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Boater in England, Matelot und Canotier in Frankreich, sowie Kreissäge in Deutschland und Oesterreich.

Nicht zuletzt mit dem Auftreten des franz. Chansonniers und Tänzers Maurice Chevalier, der immer einen Canotier-Hut zu tragen pflegte, erlebte dieser weltweit eine Renaissance in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Man nannte ihn nun auch Chevalier-Hut.

Anfang der 1980er Jahre gab es in der Schweiz nur noch wenige Fachleute, die diese Technik noch beherrschten. Im Kanton Freiburg war es Frau Monika Brügger, Plasselb (1912–2004). Sie hat ihr Wissen und Können weitergegeben und bis kurz vor ihrem Ableben mit 92 Jahren noch Hüte geknüpft. Sie arbeitete stets nach der Methode, die sie in ihrer Jugend gelernt hatte. Heute werden diese Hüte von verschiedenen Leuten zum Teil mit einer verfeinerten Technik hergestellt.

Hubert Boschung, November 2005

© Schweizerische Stiftung Strohverarbeitung