


Der Röhrlihut
(Halm-Strohhut)
(geknüpft aus ganzen Strohhalmen – 2500 Knoten –
ca. 15 Std. Arbeit)
Die Knüpftechnik dieses Hutes geht zurück ins 18.
Jahrhundert. Was wir heute Röhrlihut nennen, wurde damals unter
dem Namen Spitzhut angefertigt (aus den Spitzen der Halme).
Die in unserem Film vorgestellte Hut-Form war im Verlauf der Geschichte
unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Boater in England, Matelot
und Canotier in Frankreich, sowie Kreissäge in Deutschland und
Oesterreich.
Nicht zuletzt mit dem Auftreten des franz. Chansonniers und
Tänzers Maurice Chevalier, der immer einen Canotier-Hut zu
tragen pflegte, erlebte dieser weltweit eine Renaissance in den
Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Man nannte ihn nun auch
Chevalier-Hut.
Anfang der 1980er Jahre gab es in der Schweiz nur noch wenige
Fachleute, die diese Technik noch beherrschten. Im Kanton Freiburg war
es Frau Monika Brügger, Plasselb (1912–2004).
Sie hat ihr Wissen und Können weitergegeben und bis kurz vor ihrem
Ableben mit 92 Jahren noch Hüte geknüpft. Sie arbeitete stets
nach der Methode, die sie in ihrer Jugend gelernt hatte. Heute werden
diese Hüte von verschiedenen Leuten zum Teil mit einer
verfeinerten Technik hergestellt.
Hubert Boschung, November 2005
©
Schweizerische Stiftung Strohverarbeitung